Nun steigen wir hinauf auf die Hochries. Am oberen Ortsende von Grainbach liegt die Talstation der Hochriesbahn, wer will, kann das erste Stück mit dem Sessellift zurücklegen. Wir sind jedoch am Parkplatz links abgebogen und haben schon die ersten Meter geschafft, befinden uns auf 768 m über NN und blicken zurück auf Törwang, den Ortsteil Geisenkam links davon und die Aussichtskapelle dahinter. Noch weiter links strahlt die Kirche von Steinkirchen weiß auf dem Bergrücken, und wieder etwas weiter links liegt Dorfen.
Das steilste Stück bis zur Mittelstation liegt übrigens schon hinter uns, es ist direkt unten am Parkplatz. Wir laufen in einem großen Bogen in das nächste Waldstück, unter dem Sessellift hindurch, und wenn wir ihn nach einer scharfen Kehrtwendung wiedertreffen, ist dies direkt an der Mittelstation.
War doch gar nicht schlimm, oder? Wir sind jetzt auf etwa 910 m Höhe an der Mittelstation, die wir auf der Straße umgangen haben, statt die Treppe hinauf zu nehmen. So können wir einen Blick auf die gerade ankommende Kabine werfen. Auch die nächsten rund 650 Höhenmeter bis zum Gipfel sind an sich sogar für Turnschuh-Wanderer geeignet, allerdings muß aus Sicherheitsgründen davon abgeraten werden. Nehmen Sie also die Kabinenbahn, die Fahrt dauert keine Viertelstunde, und in der Hauptsaison wird die Strecke mindestens im Halbstundentakt bedient. Ich gehe zu Fuß, präsentiere ein paar Fotos, und wir treffen uns dann oben.
Da geht's hinauf und hinab ... die zweite Kabine taucht oben aus den Wolken auf.
Den befestigten Weg folgend, gelangt man bald zur Mooseralm. Erst oben im Waldstück wird's steiler, der Weg steigt dann ziemlich felsig nach rechts an, um schließlich etwa dem Kamm zu folgen. Oben am Waldrand sagt ein "Graffiti", dass dies einer der schönsten (oder war's echtesten?) Bergwanderwege Bayerns sei.
Am Waldrand angekommen, drehen wir uns noch mal um. Die Kirchen von Steinkirchen und Törwang und auch die Aussichtskapelle sind gut zu erkennen. Wenige Meter nach Betreten des Waldes werden 1000 m über NN erreicht.
Nach dem ersten steileren Anstieg wird wieder ein größerer Weg erreicht. Auf einem kleinen Plateau liegt die Wimmeralm.
In Gegenrichtung liegt die Ebersberger Alm. Und dort passiert auch die Seilbahn.
Die Wimmeralm von weiter oben. Der kleine Gipfel im Bild liegt bereits 1179 m hoch, der Standort somit fast 1300 m. Wir stehen nur wenig unterhalb der Seitenalm, an der vorbei sich der Weg zur Hochries hinaufschlängelt. Leider ist es etwas diesig.
Nun san 'mer heroben. Der Mensch ist unverkennbar nicht die einzige Lebensform, die es sich hier oben gemütlich macht, z. B. mit einer Radlermaß aus dem Gipfelhaus. 1568 m haben wir nun erreicht, das ist 860 m über der Weggabelung am Parkplatz der Talstation.
Nun ein paar Bilder vom Flugverkehr auf der Hochries. Meines Wissens hat sich die erste Drachenfliegerschule Deutschlands zuerst hier betätigt, jedenfalls ist bei gutem Wetter (vor allem, aber nicht nur, am Wochenende) einiges los.
Als bekennender Freund von In-Wolken-Aufnahmen habe ich hier einige Bilder, die nicht die Idealvorstellung eines Fliegers an das Wetter, sondern eher meine eines Motives treffen ;-) Die beiden Aufnahmen zeigen die beiden Startplätze, der linke ist links vom Gipfelhaus, der rechte rechts von der Bergstation, jeweils vom Kammweg aus gesehen, also aus Südosten.
Aber irgendwann klart es auf bzw. die Sportkameraden springen in einem lichten Moment ab, sofern unten die Sicht zum Landen klar genug ist. Wer mag, kann sich ein animiertes GIF eines Gleitschirstarts ansehen, die Datei besteht aus drei Aufnahmen und ist 174 kB groß, das Bildformat allerdings nur halb so groß (pro Dimension) wie sonst üblich. Sonst darf man sich mit den Bildern vom Gleitschirm- und Drachenflieger (amtsdeutsch: Hängegleiter) begnügen. Wer fliegen lernen möchte: hier ist der Link zur Flugschule Hochries.
Und noch eine Aufnahme aus der Wolken-Serie. Ein Foto bringt dabei nicht die Stimmung rüber, die die auf den Berg ziehenden Wolken verbreiten: In einem Moment taucht im Tal ein Dorf auf, dann ist es wieder weg, oben ist es mal warm und sonnig und Sekunden später neblig und frisch.
Wenn man den Blick Richtung Nordosten wendet, erscheint dort zuerst der Riesenberg. Von hier aus sieht man nur einen der von unten so charakteristischen Felsen. Dahinter liegt der Chiemsee, bis zum Schloss sind's 17 km.
Genau halb so weit ragt im Osten die Kampenwand (1664 m) auf, rechts der Fuß des Geigelsteins. Die Kuppe weit dahinter könnte der Hochgern (1744 m) sein, alles dahinter wäre meinerseits Kaffeesatzlesen. Theoretisch müsste man bei sehr gutem Wetter aber den Watzmann sehen können. Damit dürfte nun auch klar sein, woher der Ausdruck Gipfeltrio für Wendelstein, Hochries und Kampenwand kommt.
In Gegenrichtung sehen wir in der Mitte das Mühltal mit Nußdorf und dem Inn dahinter, rechts ist noch Roßholzen im Bild. Bild mit Beschriftung
Auf dieser Aufnahme ist neben Törwang, Steinkirchen und anderen Orten des Samerbergs vor allem Rohrdorf etwa in der Bildmitte zu erkennen. Dahinter taucht Rosenheim auf. Ebenfalls zu sehen ist ein Teilstück der A8.
Auch in dieser Richtung wird die Orientierung in der Ferne schwierig. Vorn der Heuberg (1338 m) und seine zweite Spitze, der Kitzstein (links, 1398 m). Dahinter erhebt sich die Hochebene von Asten, bereits jenseits des Inntals, rechts der Wendelstein, an dem links Bayrischzell liegt. Ob das ganz hinten links Rofan oder Karwendel ist, weiß ich nicht, sachdienliche Hinweise werden erbeten. Die Zugspitze liegt einen Tick rechts der Bildmitte, ist allerdings zu weit weg, um bei diesem Wetter gesehen zu werden.
Und wieder ein Blick ins Tal. Vorn ist Grainbach im Bild, am linken Ortsrand liegt vor dem Wald das Vereinshaus der Gleitschirmflieger. An der Straße nach Törwang ist eines der (dezenten) Neubaugebiete, zu dem auch die neue Schule der Gemeinde gehört. Im Hintergrund liegt der Simssee.
Vom Gipfelhaus herabgewandert, sind wir nicht direkt zur Bergstation abgebogen, sondern ein paar Meter weiter in Richtung Riesenberg gegangen, um einen Blick auf dieses idyllische Arrangement der Natur zu werfen.
Hinter der Tanne kommen wir zu dieser Szenerie. Dieser Startplatz liegt unmittelbar neben der Bergstation, um zum anderen zu kommen, muss man schon ein Stückchen laufen und dabei noch ein paar Höhenmeter zurücklegen.
Und hier trennen sich unsere Wege wieder. Wer mag, fährt mit der Seilbahn hinab, ich laufe über den Riesenberg zurück. Da ist schon die Kabine nach unten. Versuchen Sie bei der Talfahrt einfach mal, Steinkirchen und Rohrdorf zu identifizieren. Falls Sie es nicht schaffen: Hier ist die Antwort.
Gar nicht mal so weit bergab gelangt man auf die recht weite Ebene des Riesenbergs, die vom Tal aus nicht sichtbar ist. Man kann von hier aus noch mal die Hochries betrachten, nur ist der Blick nach Südwesten leider wegen der Sonne relativ ungünstig (man müsste morgens hier sein).
Hinter der Hochebene des Riesenbergs geht es die Schotterstraße in langen, langen Bögen abwärts. Nach einem wenig anstrengenden Weg wird schließlich eine weitere Hochebene erreicht, von der aus man einen schönen Blick auf den Chiemsee hat. Übrigens sind es von hier aus nur ca. 1,5 km bis Aschau (rechts vorn) und 8 km bis Thal - jeweils Luftlinie. Die Kuppe im Bild ist 1023 m hoch und meines Wissens nicht benannt. Der mittlere Spiegel des Chiemsees liegt bei 510 , seine tiefste Stelle liegt 60 m darunter. Rechts der Kuppe am See liegt Bernau.
Auch auf dieser Ebene hat man wieder einen Berg im Blick, nämlich die Kampenwand. Links im Bild ist die Schmiedalm zu sehen, die Winterstube liegt direkt neben uns. Von hier aus kann man um den Schwarzenberg herum oder aber zwischen Schwarzenberg und Riesenberg hindurch gehen. Ich habe letzeres gemacht, dabei ging es zunächst wieder bergauf, danach dann aber lang abfallend Richtung Kräuterwiese. Ein wenig begangener Weg offenbar, mir ist niemand begegnet. Von der Kräuterwiese aus kann man wiederum auf verschiedene Art nach Grainbach kommen.
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